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"Nao" historical pieces from 17th & 18th century © 2002 naomusic |
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Laute – Eurasisches MusikinstrumentDie Laute hat ihren Ursprung im Orient. Über die Seidenstraße erreichte das Instrument ca. im 6. Jh. den Osten bis hin nach Japan und hat bis heute überlebt. Nach Europa kam sie im Mittelalter (10.-12. Jh.) durch die Kreuzfahrt und wurde das beliebteste Musikinstrument in Westeuropa. Bis das Cembalo in 18 Jh. ihren Platz übernommen hat, war die Laute 600 Jahre lang unbestritten die „Königin der Musikinstrumente“. Der GöttlicheBis zum Ende des 15. Jh. gehörte die Laute in Europa zum Begleitinstrument. Allerdings spielte der Gesang die Hauptrolle in der damaligen Musik und Instrumente begleiteten den Gesang. Danach wurde die Laute auch als Soloinstrument verwendet. Der berühmteste Lautenist in dieser Zeit war Francesco da Milan o (1497-1543), der als "il Divino" (göttlich) genannt wurde. Er war einer der beliebtesten Gast für die abendlichen Veranstaltungen. Glücklicherweise sind viele seiner Kompositionen erhalten geblieben. In seiner Musik für Laute, die "Ricercare" genannt sind, sind 3 bis 5 Melodielinien ineinander gewebt. Vermutlich war er in der Lage, auf der Laute diese komplexe, aber schöne Mehrstimmigkeit zu realisieren, ohne seine Finger zu verknoten… Musikinstrument für alleIm 16. Jh. war die Laute das Hauptinstrument im Musikleben in Westeuropa. Es gab viele Verleger, die Musik für Laute herausgaben. Einer der berühmtesten Verleger gehört Pierre Attaignant , der 1521 in der rue de la Harpe (Quartier Latin) den ersten Musiknotenladen in Frankreich öffnete. Weil es damals noch keine CDs gab, konnten die normalen Bürger nur Musik genießen, indem man selber spielt und singt. Am Tag der Eröffnung standen die Leute Schlange vor dem Laden. Attaignant gab viele beliebte Chansons heraus. Einige davon werden bis heute gesungen. Laute und KönigeDie Laute im 17. Jh. war wegen ihrer extrem vielen Saitenzahlen (20-24 Saiten) und langen Saitenlänge nicht mehr für jeden möglich, das Instrument zu beherrschen. - Louis XIII und u. a. XIV spielten Laute angeblich sehr schön, Kardinal Richelieu hatte aber schlechten Ruf über seine Lautentechnik… Ende 17. Jh. gab es fast nur die Professionellen Lautenisten, die damals bereits ein Mythos gewordenes Instrument beherrschten. In Paris sind in dieser Zeit ca. 40 Professionelle Lautenisten registriert - die Zahl, die gar nicht wenig ist. In Deutschland kam die Blütezeit der Laute etwas später als Nachbarländer (wegen des 30-jährigen Kriegs). Im 18. Jh. wurde Silvius Leopold Weiss als der größte Lautenist aller Zeiten so bejubelt "Nur Weiss darf Laute spielen…". Im Hof in Dresden hatte er das höchste Gehalt unter den dort angestellten Musiker. Das InstrumentAlle Lauten in Eurasien haben einen birnenförmigen Korpus und einen geknickten Hals. Der Korpus der europäischen Laute besteht aus sehr dünnem Holz (nur 1-2mm). Die Laute wird mit Saitenpaaren (Chören) bespannt (die 1. bzw. 2. höchste Saiten allerdings Einzelsaiten). Die beiden Saiten werden gleich hoch oder bei den tieferen Saiten in den Oktaven gestimmt. Die Doppelsaiten erschwert das Spiel, aber bringt mehr Obertöne und Klang durch die Phasenverschiebung, da die beiden Saiten niemals im gleichen Moment anfangen zu schwingen. Die Doppelsaiten ermöglicht auch verschiedenste klangliche Nuance auszudrücken. Die Laute wird ungefähr wie die heutige Gitarre gespielt. Die Handgelenke sind aber relativ gerade gehalten (ähnlich wie Jazz- oder E-Gitarre). Die Laute im 17. und 18. Jh. hat zusätzlich zu den 6 Griffchören auch 5-7 Basschöre. Die Laute hat Bünde aus Naturdarm, die verschiebbar sind. Dadurch ist es möglich, jeden Ton nach natürlichen Intervallen zu stimmen. Die Unterschiede zwischen den natürlichen und künstlichen Intervallen sind für die normalen Ohren nicht als Tonhöhenunterschiede zu erkennen, aber wir nehmen die natürlichen Intervallen als "strahlender, angenehmer, entspannter" wahr. Dieses Thema war in der Barockzeit (17.-18. Jh.) außerordentlich wichtig. In den Musiknoten, die die Lautenisten im 17. Jh. hinterließen, ist es deutlich zu sehen, dass die damaligen Lautenisten diesen Effekt bewusst anwendeten. Sie haben sogar die sauberen Intervallen und die unsauberen Intervallen kombiniert, um bestimmte Affekte (Gemütszustand) auszudrucken.
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